





Baukonzept
Versorgung
​
Mit der neuen Nutzung entstehen neue funktionale Anforderungen.
Geplant ist daher ein Versorgungstrakt, der über einen gläsernen Steg an das Kirchenschiff angebunden wird. Er enthält WC-Anlagen, eine Teeküche sowie ein kleines Foyer mit Garderobe.
Erschließung
​
Die Anlage erhält im Wesentlichen vier Zugänge und zwei unterschiedliche Erschließungsrichtungen. Lebendige Nutzungen orientieren sich zum Straßenraum. Trauerfeiern und andere pietätvolle Anlässe orientieren sich zum stilleren Friedhofsbereich im Westen.
​
Um Nutzungskonflikte zu vermeiden, gliedern der Versorgungstrakt mit Steg sowie die Aufstockung der alten Chormauern das Gelände in zwei teilweise visuell und akustisch getrennte Bereiche. Trotz dieser Differenzierung bleibt das Ensemble als architektonisch transparenter, zusammenhängender Ort lesbar.
Der zentrale Ankunftsraum für die belebten Nutzungen ist der Kirchenvorplatz zur Dorfstraße hin. Die erneuerten Friedhofsmauern knicken beidseitig in das Grundstück ein und öffnen den Vorplatz zur Straße. Am Gerberweg geht die Mauer in eine langgezogene barrierefreie Rampe über, die sich zwischen den Baukörpern allmählich auf den Chorvorplatz hinaufzieht. Dieser, von den alten Chormauern gefasste Bereich, dient als Empfangs- und Gratulationsort, etwa nach Trauungen.
Im Ostgiebel des Kirchenschiffs wird dafür ein großes Zeremonienportal in den bestehenden Spitzbogen eingesetzt, durch das feierliche Ein- und Auszüge möglich werden. Für viele Nutzungen ist jedoch ein ruhigeres, selbstverständlicheres Ankommen angemessener. In direkter Verlängerung der Rampe liegt deshalb der Versorgungstrakt, der die Besuchenden ins Foyer mit Garderobe und Teeküchenbar führt. Von dort gelangt man über den Steg in das Kirchenschiff. Der dafür notwendige Wanddurchbruch erfolgt genau an jener Stelle, an der sich im Mauerwerk noch heute eine frühere Tür ablesen lässt.Â
​
Auch ein Cateringservice kann die Teeküche über einen seitlich abgewandten Zugang diskret erreichen, ohne das eigentliche Geschehen zu stören.
Translozierung
​
Für die Trockenlegungsarbeiten und das neue Zeremonienportal muss das Ehrenmal von seinem bisherigen Standort am Ostgiebel vor den Giebel des
Versorgungstrakts versetzt werden. Diese Versetzung bedeutet keine
Schwächung, sondern eine Aufwertung. Bislang ist das Ehrenmal bei
Prozessionen nur für wenige sichtbar. Am neuen Ort rückt es stärker in
den zur Straße geöffneten Raum und wird künftig für alle Teilnehmenden
unmittelbar wahrnehmbar.
​
Aus demselben Grund werden auch die Priestergräber auf die gegenüberliegende Seite der Kirche verlegt. So werden sie klarer Teil des
Friedhofsraums.
Behaglichkeit
​
Für ein behagliches Raumklima werden im Sockelbereich Lüftungsauslässe installiert. Eine luftgestützte Wärmeregulierung ermöglicht es, die Räume auch bei spontanen Anlässen schnell und flexibel zu temperieren. Zugleich steigt warme, trockene Luft an Wänden und Fenstern auf, nimmt Feuchtigkeit auf und reduziert die Gefahr von Kondensatbildung an kalten Bauteilen.
​
Innenseitig vorgesetzte, zierliche Kastenfenster mindern zusätzlich die
Wärmeverluste.
Ökologie
​
Allen Maßnahmen liegt ein ökologischer Ansatz zugrunde. Verwendet werden
vorzugsweise Naturstein und Holz. Trockensteinmauern schaffen Lebensräume
für Pflanzen und Insekten. Die Freiraumgestaltung vermeidet weitgehend
versiegelte Flächen. Wassergebundene Wegedecken und eine vielfältige
Komposition heimischer Stauden und Gräser prägen das Gelände.
​
Energetisch wird das Konzept durch einen Wärmepumpe in Kombination mit PV-Anlagen ergänzt.
Ökonomie
​
Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts beruht auf einer gezielten
Kombination verschiedener Fördermittel, vor allem aber auf außergewöhnlichem bürgerschaftlichem Engagement, privaten Spenden und lokalen Initiativen. Erst durch das Fachwissen und die qualifizierte Arbeitsleistung von Vereinsmitgliedern und Partnerbetrieben wird das Vorhaben überhaupt realisierbar. Dass Handwerksbetriebe, Architekten und Ingenieure ihre Leistungen unentgeltlich einbringen, sorgt dafür, dass Fördermittel nicht in Honorarkosten, sondern unmittelbar in die bauliche Substanz und technische Modernisierung fließen. Gerade hierdurch kann eine besondere Wirtschaftlichkeit des Projekts erzielt werden, die im Vergleich zu einem kommunal getragenen Bauvorhaben kaum erreichbar wäre.
Umso wichtiger ist ein effizienter Umgang mit allen verfügbaren Mitteln.
Â
Die detaillierte Kostenberechnung orientiert sich an Branchenstandards wie den BKI-Baukostenindizes und schafft so eine realistische und transparente Grundlage.
Jede durch Eigenleistung eingesparte Summe sichert die Umsetzung zentraler
Teilabschnitte.
Werde Mitglied, wir brauchen dich!
